Foto: Cornelia Wenning
Foto: Marga Regula

Sommerferien - Zeit für Freiräume

Freiräume in unserer Johanneskirche

Foto: Svena Langer

Vor dem Gottesdienst ein paar Minuten den Gedanken frei Raum geben in unserer schönen Johanneskirche in Vehrte. Das nebenstehende Bild hat unsere Küsterin Svena Langer während des Konfirmationsgottesdienstes 2019 aufgenommen. Ja die Altarseite unserer Kirche ist inspirierend. Hier können Besucher*innen auf der Altarwand das umlaufende Lichtband mit den Augen verfolgen und feststellen, dass die Farbtöne von unten nach oben immer heller werden, unten noch mit dunkleren, rötlichen und gelben Farbflächen, dann nach oben heller werdend und schließlich zur Spitze hin helle und gelbe warme Farbtöne. Es will sagen: alles strebt zum Licht, vom Dunklen zum Hellen, aus der Tiefe in die Höhe. Wie eine Tür hinter dem Altar, die sich zum Himmel hin öffnen will, was durch die Spitzform noch verstärkt wird. Auf der Altarwand befindet sich das Relief, dass die Anbetung des Lammes durch die 24 Ältesten zum Ausdruck bringen will. Von jeder Seite bringen 12 Älteste ihre Huldigungen und Verehrung dar. Sie haben keine Hände, keine Füße, keine Augen. Sie können Christus nicht sehen und sie können ihm keine Gaben bringen. Sie haben nur sich selbst und ihre Anbetung.

Hier an einem Sonntag in den Ferien die Zeit für den Freiraum wahrnehmen. Inspiriert vom Licht, das Orgelspiel genießen, mit der Gemeinde singen, der Predigt zuhören und Gott im Gebet danken – Freiraum vom Alltag.

Sommersegen

Im übrigen meine ich
Dass Gott unser Herr
Uns einen großen Sommer schenke
Den Familien einen Korb voll Ruhe
Und viele hoffnungsvolle Blicke auf Grün und Blau
Wiesen und Wasser und weiße Strände –
Leise Monate
Dass er das Geschrei aus der Welt nimmt
Und Stille verordnet
Dazu gehört dass er den Kriegern ihr Handwerk
Aus den Händen nimmt
Und denen die ohne Arbeit sind die Hoffnungslosigkeit
Und die Mächtigen nicht zu Mafiosi werden lässt
Alle können wir daran mittun und daran arbeiten
Dass das Leben langsamer verläuft
Dass die Welt alle Aufregung verliert
Und die Menschen sich länger ansehen können
Um sich zu sagen: Wir lieben euch!
Gott unser Herr möge diese Stille segnen
Möge diese Stille denen überall in die Ohren blasen
Die unsere Zeit noch schneller machen möchten
Und damit noch kürzer noch atemloser
Gott unser Herr wir bitten dich: Mach es!
Auf dass unser Herz wieder Luft schnappen kann
Unser Auge aufhört zu zappeln
Und unser Ohr wieder richtig hört
Und nicht alles vergisst
Denen die uns dies alles austreiben möchten
Möge Gott der Herr einen Blitz ins Gesäß jagen
Damit sie ihr unmenschliches Tun einsehen
Und die Menschen seines Wohlgefallens in Ruhe lassen
Im wahrhaftigsten Sinn dieses Wortes in Ruhe lassen
Und wir wollen unseren Herrgott abermals bitten
Dieses Ansinnen von uns überall zu segnen
Und weil es sein muss sofort und immerdar!
Danke und Amen.

Hanns Dieter Hüsch
Das kleine Buch zum Segen, Seite 34
von Hans Dieter Hüsch und Michael Blum
tvd-Verlag