Foto: Siegfried Wenning
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Weltgebetstag 2026

06. März 2026

Kommt! Bringt eure Last.

Foto: Siegfried Wenning

Der Weltgebetstag 2026 war überschrieben: Kommt! Bringt eure Last. Anschaulich war die Last, die drei Frauen des ökumenischen Vorbereitungsteams auf dem Kopf zum Altar in der Kirche in Icker trugen. Es war ein Zeichen für die bedrückende Last, von der Frauen aus Nigeria in Texten für diesen Gottesdienst berichteten. Die Frauen erzählen aber auch, wie sie im christlichen Glauben Halt und Hilfe für ihr Leben bekommen. Nigeria, ein aufstrebendes Land mit einer von reichen Bodenschätzen lebenden Wirtschaft liegt im Westen Afrikas. Mit 230 Millionen Menschen ist es ein Vielvölkerstaat mit großen Unterschieden zwischen der Stadt- und Landbevölkerung. Viele Menschen leiden unter Gewalt, zu Hause und auf der Straße. Kriminalität, Bandenüberfälle, Vergewaltigung und Korruption gehören zum Alltag. Auf dem Dorf müssen Frauen und Mädchen oft kilometerweit gehen, um Wasser und Holz zu holen und tragen es meistens auf dem Kopf.

Foto: Siegfried Wenning

Eine vom Vorbereitungsteam vorgetragene Geschichte berichtete von einer jungen Witwe, die mit dem Verlust ihres Mannes auch den Platz in der Gesellschaft verlor. Ein Hilfsprojekt ihrer Kirchengemeinde zeigte ihr, dass es vielen Frauen so ergeht und sie trotz ihrer Nöte Trost darin finden, dass sie Jesus als Lastenträger kennen. Durch den Glauben und die Gemeinschaft finden sie Kraft, Jesus die schwere Last zu Füßen zu legen und in seiner Verheißung Ruhe zu finden.

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Eine weitere Erzählung zeigte die Angst einer Mutter, die jeden Tag ihre Tochter zur Schule schickt. Sie leben im Norden Nigerias, in dem überwiegend Menschen muslemischen Glaubens leben und hier wurden schon Mädchen von der Terrorgruppe Boko Haram entführt. Es gibt Regionen, in denen Menschen christlichen und muslemischen Glaubens wie eine Familie zusammenleben. An manchen Tagen, an denen die Mutter von weiteren Entführungen hört, spürt sie Zorn aber erinnert sich auch, dass Christus auch dort zu Liebe aufgerufen hat, wo Menschen scheinbar keine Achtung vor dem Leben haben. Die Christen in dieser Region leben bewusst ihren Glauben, weil sie wissen, dass jede Tat der Liebe und Vergebung die bleibende Macht Christi in ihrem Leben sichtbar macht.

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Die dritte Erzählung kommt von einer Frau, die in Lagos lebt. Sie träumt von Fortschritt, muss aber mitansehen, wie Nigeria immer tiefer in Armut und Verzweiflung versinkt. Die meisten Menschen haben nicht genug Geld zum Leben, während einige wenige ein großes Vermögen besitzen. Bei aller Not erinnert die Erzählerin sich an die Worte der Bibel, dass die Bedrückten aufgerichtet werden. Und vertraut darauf, dass Gott ihr eine neue Tür öffnen wird.

In diesem Gottesdienst haben wir erfahren, welche Last unsere Schwestern in Nigeria und auf der ganzen Welt tragen. Wir haben gemeinsam gebetet und unsere Sorgen vor Gott gebracht, der unsere Lasten trägt. Das vortragende Team hatte den Gottesdienst sehr anschaulich gestaltet. Die Lieder, die zum Teil aus Nigeria stammen, wurden von einem ökumenischen Projektchor unter der Leitung von Professor Michael Schmoll vorgetragen. Nach dem Gottesdienst trafen sich die Besucher und Aufführenden zu einem gemütlichen Beisammensein im Pfarrheim.